Boris Becker könnte schon bald wieder eine größere Rolle im internationalen Tennis spielen! Der ehemalige Weltklassespieler, der während seiner Karriere sechs Grand-Slam-Titel gewann, denkt über eine neue berufliche Herausforderung nach. Doch eines stellt der 58-Jährige unmissverständlich klar: Als klassischer Tennistrainer möchte er nicht mehr arbeiten.
Im Gespräch mit dem „Spiegel“ verrät Becker, dass es bereits mehrere Interessenten gibt, die sich eine Zusammenarbeit mit ihm vorstellen können. Dabei hat die deutsche Tennislegende ziemlich genaue Vorstellungen davon, wie seine neue Aufgabe aussehen sollte.
„Mentor sein, mal bei einem Grand Slam, mal bei einem Masters-Turnier, mal im Trainingslager, das mache ich gern“, erklärt Becker.
Offenbar könnte es schon im kommenden Jahr so weit sein. Der ehemalige Tennisprofi bestätigt, dass ihn bereits einige Anfragen erreicht haben. Wer genau hinter diesen Angeboten steckt, möchte er allerdings noch nicht verraten.

„Natürlich nenne ich keine Namen! Mal schauen, was nächstes Jahr passiert“, sagt er geheimnisvoll.
Für seine Fans wäre eine Rückkehr in eine beratende Funktion keine große Überraschung. Schließlich verfügt Becker über jahrzehntelange Erfahrung im internationalen Spitzentennis.
Nach seiner aktiven Karriere arbeitete er bereits erfolgreich als Trainer. Von 2013 bis 2016 betreute er den serbischen Tennisstar Novak Djoković und begleitete ihn bei zahlreichen wichtigen Turnieren.
Doch die Zeiten, in denen Boris Becker fast das gesamte Jahr auf Reisen war, gehören für ihn inzwischen der Vergangenheit an.
„Dass ich im August meine Koffer packe und im Oktober erst wieder nach Hause komme, das mache ich nicht mehr“, stellt er deutlich klar.

Der Grund dafür liegt vor allem in seinem Privatleben. Becker möchte heute mehr Zeit mit seiner Familie verbringen und nicht mehr Woche für Woche von einem Turnier zum nächsten reisen.
„Der Job des Tennistrainers bedeutet extrem viel Reisen, fast jede Woche. Das möchte ich meiner Familie nicht antun“, erklärt er.
Er befinde sich inzwischen in einer anderen Lebensphase. Eine gelegentliche Tätigkeit als Mentor könne er sich deshalb gut vorstellen, eine dauerhafte Trainerposition dagegen nicht.
Besonders interessant wird das Interview, als Becker auf eine mögliche Zusammenarbeit mit Deutschlands Tennisstar Alexander Zverev angesprochen wird.
Der 29-Jährige zählt zu den bekanntesten Spielern der internationalen Tennisszene und wird seit seiner Kindheit von seinem Vater Alexander Zverev senior trainiert.

Auch sein Bruder Mischa ist eng in die sportliche Karriere eingebunden. Für Boris Becker ist genau diese familiäre Struktur ein entscheidender Punkt, der eine Zusammenarbeit schwierig machen würde.
Der ehemalige Wimbledon-Sieger bezeichnet Zverevs Umfeld als eine Art „Familienunternehmen“, in dem mehrere Angehörige an der Karriere des Tennisprofis beteiligt seien.
„Und das jüngste Familienmitglied ist der Kern des Unternehmens“, beschreibt Becker die Situation.
Für ihn persönlich wäre eine solche Konstellation kaum vorstellbar gewesen. „Ich hätte das mit meinem Vater und meiner Schwester so nicht machen können“, erklärt er.
Noch deutlicher wird Becker, als er über seine grundsätzlichen Vorstellungen von einer Trainerrolle spricht.

Für ihn sei entscheidend, dass der verantwortliche Coach bei sportlichen Fragen das letzte Wort habe. Unterschiedliche Meinungen innerhalb eines eng verbundenen Familienkreises könnten dabei zum Problem werden.
„Ich muss der Chef im Ring sein“, betont der 58-Jährige.
Besonders schwierig werde es aus seiner Sicht, wenn Familienmitglieder Entscheidungen in einer Sprache diskutierten, die er selbst nicht verstehe.
„Wenn dann ein Familienmitglied eine andere Meinung hat, in einer Sprache, die ich nicht verstehe, in diesem Fall Russisch, dann geht es nicht“, erklärt Becker.
Damit macht die Tennislegende deutlich, dass für ihn nicht nur die sportlichen Fähigkeiten eines Spielers entscheidend sind, sondern auch die Bedingungen, unter denen eine Zusammenarbeit stattfinden würde.
Während eine feste Trainerrolle bei Alexander Zverev für Becker somit nicht infrage kommt, hält er sich andere Möglichkeiten ausdrücklich offen.
Ob und mit welchem Spieler er künftig zusammenarbeiten wird, bleibt vorerst sein Geheimnis.
Fest steht jedoch: Boris Becker hat seine Leidenschaft für den Tennissport keineswegs verloren. Auch nach seiner aktiven Karriere und seinen bisherigen Trainerstationen möchte er sein Wissen weiterhin weitergeben – allerdings zu Bedingungen, die besser zu seinem heutigen Leben passen.