Er lieh sich das Auto seines Freundes für das Wochenende – was er im Kofferraum fand, ließ ihm das Blut in den Adern gefrieren

Jake zögerte nicht lange, als sein Freund Ryan ihm das Auto für das Wochenende anbot. Sein eigenes war in der Werkstatt, und Ryan war immer großzügig. „Mach es nur nicht kaputt“, hatte Ryan gelacht und ihm die Schlüssel zugeworfen.

Zunächst schien alles normal zu sein. Das Auto lief reibungslos, das Radio funktionierte einwandfrei, und Jake genoss die Freiheit, wieder mobil zu sein. Aber am Sonntagnachmittag, als er nach einem Strandausflug seine Sachen zusammenpackte, öffnete er den Kofferraum – und erstarrte.

Darin lag, halb unter einer Decke versteckt, eine kleine Metallbox.

Zunächst dachte Jake, es handele sich nur um eine Art Werkzeugkasten. Aber als er die Decke anhob, zog sich sein Magen zusammen. Die Kiste war weder verstaubt noch vergessen. Sie war verschlossen. Und obenauf war ein gefaltetes Stück Papier mit Klebeband befestigt.

Jake zog es ab und las die Worte, die in Ryans unordentlicher Handschrift gekritzelt waren:

„Nicht öffnen.“

Sein Puls beschleunigte sich. Er blickte sich auf dem Parkplatz um und wurde plötzlich paranoid. Warum sollte Ryan so etwas im Kofferraum lassen? Warum sollte er ihm sagen, er solle es nicht öffnen – es sei denn, es enthielt etwas Schreckliches?

Jakes Neugier kämpfte mit seiner Angst. Er sagte sich, er solle den Kofferraum schließen und es vergessen. Aber seine Hände bewegten sich von selbst. Er zog am Schloss. Es gab keinen nach.

Schließlich öffnete er es mit zitternden Fingern und dem Radkreuz. Der Deckel sprang auf, und Jake stockte der Atem.

Darin befanden sich Stapel von Fotos. Dutzende, vielleicht Hunderte. Es waren Fotos von Menschen – Fremden. Aus seltsamen Blickwinkeln aufgenommen, einige durch Fenster, andere auf dunklen Straßen bei Nacht. Gesichter, erstarrt in Überraschung, Angst oder völlig ahnungslos, dass sie beobachtet wurden.

Jakes Blut gefror ihm in den Adern.

Ein Foto insbesondere ließ seine Knie weich werden. Es war ein Foto von ihm. Aufgenommen vor seiner Wohnung, vor nur einer Woche.

Die Schachtel glitt ihm aus den Händen, die Fotos verstreuten sich auf dem Asphalt. Er stolperte zurück, sein Herz hämmerte in seiner Brust. Sein Freund – der Mann, der ihm ohne zu zögern das Auto geliehen hatte – hatte ihn beobachtet.

Plötzlich vibrierte sein Handy in seiner Tasche. Eine SMS von Ryan.

„Wie läuft das Auto?“

Jakes Hände zitterten so heftig, dass er das Handy fast fallen ließ. Er sah sich um und spürte Blicke auf sich, die von irgendwoher kamen, wo er sie nicht sehen konnte. Da wurde ihm klar, dass das Ausleihen des Autos kein Akt der Freundlichkeit gewesen war. Es war eine Falle gewesen.

Ryan wollte, dass er die Schachtel fand.

Jake schlug den Kofferraum zu, sein Kopf schwirrte. Er wusste nicht, ob er die Polizei rufen, Ryan zur Rede stellen oder so weit wie möglich weglaufen sollte. Aber eines war sicher – ihre Freundschaft würde nie mehr so sein wie zuvor.

Denn manche Geheimnisse sollte man nicht ausleihen.

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