Nach Jahren an der Spitze der deutschen Politik hat sich für Annalena Baerbock vieles verändert. Die frühere Außenministerin lebt mittlerweile in New York und steht dort vor ihrem nächsten beruflichen Kapitel. In wenigen Wochen beginnt sie eine Professur an der Columbia University – doch hinter ihrem Neustart in den USA steckt nicht nur ihre Karriere.
Nach ihrer Zeit als Grünen-Chefin, Außenministerin und zuletzt Präsidentin der UN-Vollversammlung genießt Baerbock vor allem eine Seite der Millionenmetropole: die Anonymität. Obwohl sie sich selbst weiterhin als „Dorfkind“ bezeichnet und ihre Heimat liebe, tue ihr New York nach den vergangenen intensiven Jahren ausgesprochen gut.

Besonders schätzt sie, dort einfach eine von Millionen Menschen sein zu können. Die ständige öffentliche Beobachtung und Bewertung, die ihren Alltag als Spitzenpolitikerin jahrelang begleitet hatte, fällt damit zumindest teilweise weg.
Beruflich bleibt Baerbock der internationalen Politik dennoch eng verbunden. An der Columbia University möchte sie ihre Erfahrungen aus ihrer Zeit bei den Vereinten Nationen weitergeben. Im Mittelpunkt sollen unter anderem die geopolitischen Herausforderungen und die praktischen Erfahrungen aus der Diplomatie stehen.
Doch für ihren Schritt in die USA gibt es auch einen wesentlich persönlicheren Grund. Baerbock möchte ihren beiden Töchtern wieder deutlich mehr Raum in ihrem Leben geben. Während ihrer politischen Spitzenkarriere habe der Beruf an erster Stelle gestanden. Nun wolle sie diese Prioritäten bewusst verändern und ihre Kinder wieder an die erste Stelle setzen.

Dabei räumt Baerbock ein, dass ihre Töchter vermutlich eine ruhigere Kindheit erlebt hätten, wenn ihre Mutter keine Spitzenpolitikerin gewesen wäre. Ihre damalige Entscheidung für die politische Karriere bezeichnet sie dennoch als bewusst getroffen. Mit dem Neustart in New York soll nun auch der Familienalltag neu geordnet und ruhiger werden.
