Seit Jahrzehnten gehört Ulrike Folkerts fest zum deutschen Fernsehen. Als Kommissarin Lena Odenthal prägt sie den „Tatort” wie kaum eine andere Schauspielerin. Doch wer heute an die TV-Legende denkt, hat meist ihr bekanntes Bild mit den lockigen, schulterlangen Haaren vor Augen. Alte Aufnahmen ihres allerersten Einsatzes sorgen jetzt deshalb für echte Überraschung.
In der Folge „Die Neue” stand Ulrike Folkerts 1989 erstmals als Lena Odenthal vor der Kamera. Damals war sie gerade einmal 28 Jahre alt und völlig anders gestylt als heute. Statt ihrer später typischen Frisur trug sie damals kurzes braunes Haar – ein Look, den viele Fans heute kaum noch mit ihr verbinden würden.

Mit dieser Rolle begann eine außergewöhnliche Karriere. Bis heute spielt Folkerts die Ludwigshafener Kommissarin und ist damit längst zur dienstältesten „Tatort”-Ermittlerin geworden. Inzwischen hat sie sogar Horst Tappert als langlebigsten TV-Ermittler Deutschlands überholt.
Abseits der Kamera machte Ulrike Folkerts im Laufe der Jahre ebenfalls immer wieder Schlagzeilen. Ende der Neunzigerjahre wurde ihre sexuelle Orientierung unfreiwillig öffentlich gemacht. Heute gehört sie zu den sichtbarsten queeren Persönlichkeiten im deutschen Fernsehen und engagiert sich regelmäßig für Diversität und mehr Sichtbarkeit in der Filmbranche.

Geboren wurde Folkerts in Kassel. Nach dem Abitur begann sie zunächst ein Studium der Theater- und Musikwissenschaft, entschied sich später jedoch für eine Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik und Theater Hannover. Mitte der Achtziger schloss sie ihre Ausbildung erfolgreich ab und startete kurz darauf ihre Filmkarriere.
Schon vor ihrem großen „Tatort”-Durchbruch stand sie für den Film „Das Mädchen mit den Feuerzeugen” vor der Kamera. Doch erst mit Lena Odenthal wurde sie einem Millionenpublikum bekannt.

Nicht jeder „Tatort”-Fall verlief dabei ohne Diskussionen. Besonders eine Folge Anfang der Neunziger sorgte für heftige Reaktionen. In „Tod im Häcksler” ging es um Fremdenfeindlichkeit und Gewalt gegen einen Aussiedler. Einige Zuschauer aus der Pfalz fühlten sich damals durch die Darstellung angegriffen und kritisierten die Folge scharf. Jahre später stellte Folkerts klar, dass es nie darum gegangen sei, die Menschen der Region schlecht darzustellen.

Auch ihre Beziehung zur Rolle der Lena Odenthal war nicht immer einfach. Zeitweise habe sie die Figur tatsächlich wie eine Art „goldenen Käfig” empfunden. Später änderte sich ihr Blick darauf jedoch wieder. Denn trotz aller Herausforderungen habe ihr die Rolle unglaublich viel gegeben.
Heute, mit 65 Jahren, gilt Ulrike Folkerts längst als echte TV-Ikone – und die alten Bilder aus ihrem ersten „Tatort” zeigen jetzt einmal mehr, wie sehr sich die Schauspielerin im Laufe der Jahrzehnte verändert hat.
