Der Schulbusfahrer bemerkte, dass ein Junge nicht zur Schule ging, sondern in den Wald verschwand – und was er dort entdeckte, ließ ihn erstarren

Der Morgenbus hielt vor der Schule, und mit einem leisen Zischen öffneten sich die Türen. Die Kinder stiegen nacheinander aus. Einige lachten, andere diskutierten laut, ein paar Jungen stießen sich gegenseitig an und rannten fast schon in Richtung Schuleingang.

Der Fahrer saß am Steuer und beobachtete das gewohnte morgendliche Durcheinander im Rückspiegel. Er achtete immer darauf, dass niemand auf den Stufen stolperte und dass alle Kinder sicher das Gebäude erreichten. Manchmal hob er die Hand und lächelte.

— Habt einen schönen Tag, Kinder.

Einige winkten ihm zurück, und ein Mädchen mit einem viel zu großen Rucksack verlor beinahe das Gleichgewicht, als sie auf den Asphalt sprang. Der Fahrer verfolgte jeden einzelnen Blick, bis die Kinder hinter den Türen der Schule verschwanden.

Als Letzter stieg ein etwa sechsjähriger Junge aus. Klein, in einer dunklen Jacke, mit einem Rucksack auf dem Rücken. Sein Name war Alex.

Langsam ging er die Stufen hinunter und blieb einen Moment an der Bustür stehen, als würde er es nicht eilig haben. Dann machte er ein paar Schritte, blickte zum Schulgebäude, in dem die anderen Kinder bereits verschwunden waren, und blieb vor dem Eingang stehen.

Der Fahrer wollte gerade die Türen schließen, als ihm auffiel, dass Alex nicht hineinging. Er runzelte die Stirn.

In der vergangenen Woche hatte er schon mehrmals etwas Merkwürdiges bemerkt. Jeden Morgen war Alex als Letzter ausgestiegen, hatte am Eingang gezögert und war dann irgendwohin verschwunden. Bisher hatte der Fahrer gedacht, der Junge nehme vielleicht einen anderen Weg oder treffe sich mit Freunden.

MEHR ALS EINMAL HATTE ER SICH GESAGT, DASS ES IHN EIGENTLICH NICHTS ANGING. SCHLIESSLICH WAR ER NUR BUSFAHRER, KEIN LEHRER UND KEIN ELTERNTEIL.

Doch heute fühlte sich etwas nicht richtig an.

Alex ging zielstrebig am Zaun entlang und bog plötzlich auf einen schmalen Pfad in den Wald ab.

Ganz allein.

Der Fahrer blieb noch einige Sekunden am Steuer sitzen und sah der kleinen Gestalt zwischen den Bäumen nach. Dann traf er eine Entscheidung, stieg aus dem Bus und folgte ihm.

Er wollte nur herausfinden, wohin der Junge ging.

Nach wenigen Minuten sah er etwas, das ihn vor Schreck erstarren ließ. Die Fortsetzung dieser Geschichte finden Sie im ersten Kommentar.

Der Pfad führte tiefer in den Wald hinein. Herbstblätter raschelten leise unter den Schritten. Nach kurzer Zeit entdeckte der Fahrer den Jungen.

ALEX SASS AUF EINEM UMGESTÜRZTEN BAUMSTAMM. SEIN RUCKSACK LAG NEBEN IHM, UND ER STARRTE AUF DEN BODEN.

Als der Junge Schritte hörte, zuckte er zusammen und hob schnell den Kopf.

— Alex… — sagte der Fahrer ruhig. — Warum bist du nicht in der Schule?

Zunächst antwortete der Junge nicht. Er senkte den Blick und schwieg lange.

Dann sagte er leise:

— Ich komme jeden Tag hierher.

Der Fahrer setzte sich langsam auf einen anderen Stamm neben ihn.

— Jeden Tag?

Alex nickte.

Er erzählte, dass er morgens mit allen aus dem Bus steige, warte, bis die anderen Kinder in die Schule gingen, und dann in den Wald laufe. Dort sitze er bis zum Mittag oder streife zwischen den Bäumen umher. Wenn der Unterricht vorbei sei und der Bus zurückkomme, gehe er wieder zur Haltestelle und steige gemeinsam mit den anderen ein.

Zu Hause glaubten alle, er sei in der Schule gewesen. Alex sprach leise, verhaspelte sich manchmal, doch nach und nach wurde alles klar.

In der Klasse wurde er ständig gehänselt. Einige Jungen lachten über ihn, schubsten ihn, versteckten seine Sachen und beschimpften ihn vor allen anderen. Einmal war es besonders schlimm geworden. In der Pause hatten sie ihn so sehr verletzt, dass er sich kaum noch beruhigen konnte, und die Lehrer hatten nur gesagt, die Kinder sollten das unter sich klären.

Danach konnte Alex sich einfach nicht mehr dazu bringen, das Schulgebäude zu betreten.

Als der Junge geendet hatte, sah der Fahrer ihn lange an, und etwas zog sich schmerzhaft in seiner Brust zusammen.

Am nächsten Tag lief alles anders.

Als der Bus wieder vor der Schule hielt und die Kinder ausstiegen, verließ auch der Fahrer seinen Platz. Er wartete, bis einige Jungen aus Alex’ Klasse noch in der Nähe des Busses standen, und rief sie ruhig zu sich.

DAS GESPRÄCH WAR KURZ, ABER SEHR ERNST.

Er erklärte ihnen, dass er wisse, was vor sich gehe, und dass es damit ein Ende habe. Er sagte ihnen, dass, sollte er noch einmal etwas Ähnliches sehen, die Angelegenheit nicht mehr nur unter ihnen bleiben würde.

Dann wandte er sich Alex zu und nickte in Richtung Schule.

— Komm.

An diesem Tag betrat der Junge zum ersten Mal seit langer Zeit die Schule nicht mehr allein.

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