Über Jahrzehnte hinweg war sie eines der bekanntesten TV-Gesichter Deutschlands. Als „Lottofee“ begrüßte Karin Tietze-Ludwig Millionen Zuschauer vor den Bildschirmen. Heute lebt sie ein ruhiges, erfülltes Leben – fernab des Rampenlichts.
Als Karin Tietze-Ludwig am 12. August 1967 erstmals die Lottozahlen präsentierte, war das Fernsehen noch schwarz-weiß, und es gab lediglich drei Programme. Eigentlich hatte die gebürtige Siegerländerin ganz andere Pläne: Sie wollte Stewardess werden. Doch ihr Vater war dagegen – und so führte ihr Weg über Umwege zum Hessischen Rundfunk.
Vom TV-Ansageberuf zur Lottofee

Bevor sie zur festen Größe der Samstagabend-Unterhaltung wurde, arbeitete Karin Tietze-Ludwig als TV-Ansagerin – ein Beruf, der damals eine fundierte Ausbildung erforderte. Sie musste Inhalte kennen, Abläufe verstehen und Sendungen souverän anmoderieren. „Mit reinem Ablesen hatte das nichts zu tun“, erklärte sie später in Interviews.

Schließlich übernahm sie von Karin Dinslage die Lottoziehung – und wurde zur Ikone. Drei Jahrzehnte lang verkündete sie Zahlen, Hoffnungen und Glück. Den Spitznamen „Lottofee“ nahm sie mit Humor: blond, freundlich, samstags Glück verkündend – das Bild passte. Gestört hat sie das nie.
Abschied vom Fernsehen – und ein schwerer Verlust
Am 17. Januar 1998 stand sie ein letztes Mal im Frankfurter Main Tower vor der Kamera. Nach 30 Jahren zog sie sich bewusst zurück, wollte mehr Zeit mit ihrem Ehemann Hans-Jürgen Tietze verbringen, reisen, das Leben genießen.

Doch nur wenige Jahre später folgte ein schwerer Einschnitt: 2001 verstarb ihr Mann an den Folgen einer chronischen Bauchspeicheldrüsenerkrankung. Ein Verlust, der sie tief traf. Halt fand sie in dieser Zeit bei ihrem Sohn Tim, der ihr stets zur Seite stand.
So lebt Karin Tietze-Ludwig heute
Am 31. Mai 2025 feierte Karin Tietze-Ludwig ihren 84. Geburtstag. Noch immer trägt sie ihr schulterlanges blondes Haar, wirkt gepflegt, aufmerksam und zufrieden. Öffentliche Auftritte sind selten, doch bei Premieren oder besonderen Anlässen zeigt sie sich gelegentlich noch – zuletzt im vergangenen Sommer.

Ihr Alltag spielt sich heute überwiegend im hessischen Karben ab. Dort genießt sie Ruhe, reist gern, spielt Golf und schwimmt im eigenen Pool. Rückblickend wirkt sie ausgeglichen und dankbar: Optimismus sei für sie immer eine bewusste Entscheidung gewesen, sagt sie – und das spürt man.
