Kaum wiederzuerkennen: So sah Désirée Nosbusch in ihrer Jugend aus

Heute gilt sie als feste Größe der europäischen Film- und Fernsehlandschaft. Elegant, souverän, kontrolliert. Doch der Weg von Désirée Nosbusch dorthin begann früh – und war von einer Seite geprägt, über die sie lange schwieg.

Ihre Karriere startete, als sie gerade einmal zwölf Jahre alt war. Ein Besuch bei Radio Luxemburg, eine zufällige Begegnung mit Frank Elstner, ein erstes Interview mit Pierre Brice – plötzlich stand das talentierte, sprachgewandte Mädchen im Rampenlicht. In den 1970er-Jahren wurde sie schnell zum Teenie-Star, moderierte, drehte, war präsent. Zu präsent.

Für viele ist Nosbusch bis heute je nach Generation etwas anderes: Für die einen das Gesicht der ZDF-„Musicbox“ und ein Bravo-Star, für andere die eiskalte Bankerin aus Bad Banks. Legendär bleibt auch ihr Auftritt beim Grand Prix 1984, den sie mit nur 19 Jahren in fünf Sprachen moderierte.

Doch hinter dem frühen Erfolg verbarg sich eine Realität, die Nosbusch erst Jahrzehnte später öffentlich machte. In ihrem Buch beschreibt sie eine Beziehung zu einem deutlich älteren Mann, der als ihr Manager auftrat. Sie war 16, er 42. Er behauptete, sie seien ein Paar – was nicht stimmte. Heute spricht sie offen von Missbrauch und davon, wie sie sich gefangen fühlte. Arbeiten wurde für sie ein Schutzraum, Drehs und Moderationen eine Flucht.

Erst Jahre später gelang ihr der Ausbruch. Überstürzt verließ sie das Umfeld, floh nach Italien zu ihrer Familie. Rückblickend erklärt sie, warum sie so lange blieb: fehlende Stärke, fehlende Erfahrung, das Gefühl, dass Erwachsene automatisch recht hätten. Der Mann starb 1995 nach einem familiären Streit – und Nosbusch entschied sich lange, zu schweigen.

Privat fand sie später Stabilität. Mit dem Komponisten Harald Kloser bekam sie zwei Kinder, Luka und Lennon, die heute beide als Musiker arbeiten. 2018 heiratete sie erneut, diese Ehe soll inzwischen beendet sein – bestätigt wurde das jedoch nie.

Désirée Nosbusch ist heute 61 Jahre alt. Ihre Geschichte zeigt nicht nur Wandel, sondern auch, welchen Preis früher Ruhm haben kann. Macht Erfolg stark – oder macht er besonders verletzlich?
Das Thema bewegt viele. Teilt eure Gedanken gern in den Kommentaren.

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