Glitzer, Make-up, Kronen und ein Auftritt, der keine Fragen offenlässt – so kennt man Harald Glööckler heute. Seit Jahrzehnten sorgt der Designer mit seinem unverwechselbaren Stil für Gesprächsstoff. Doch ein Blick zurück zeigt: Es gab eine Zeit, da wirkte selbst der Kitschkönig erstaunlich bodenständig.
Seit mehr als 30 Jahren ist Glööckler fester Bestandteil der Medienlandschaft. Ob mit spektakulären Outfits, privaten Schlagzeilen oder TV-Auftritten – Aufmerksamkeit ist ihm sicher. Zuletzt landete der 60-Jährige bei Promi Big Brother auf Platz zwei, davor irritierte er das Publikum mit einem Auftritt im ZDF-Fernsehgarten. Sein Look bleibt dabei stets sein stärkstes Statement.

Der Weg dahin begann Anfang der Neunziger. 1990 gründete er sein Label Pompöös. Das auffällige Doppel-ö gefiel ihm so sehr, dass er es kurzerhand auch seinem Nachnamen verpasste. Aus Glöckler wurde Glööckler – und die Marke war geboren. In der Modewelt machte er sich schnell einen Namen.

Der große TV-Durchbruch folgte 2004. Auf dem Teleshopping-Sender HSE24 präsentierte er nicht nur seine Mode, sondern gleich eine ganze Welt voller Pomp. Hundeaccessoires mit Krönchen, glitzernde Tapeten, Pralinen mit seinem Gesicht – alles opulent, alles maximal. Genau so, wie man es von ihm erwartet.

Doch ausgerechnet im selben Jahr zeigte sich Glööckler einmal ganz anders. Statt Gold, Leo-Print und Strass erschien er plötzlich in bayerischer Tracht. Lederhose, Hemd, kaum Schmuck. Auf den ersten Blick war der Designer kaum wiederzuerkennen. Auch im Gesicht verzichtete der damals 39-Jährige fast vollständig auf Make-up. Kein dramatischer Lidschatten, kein roter Schmollmund, keine funkelnden Steinchen.

Nur seine markanten Augenbrauen und der dunkle Bart erinnerten noch an den Paradiesvogel, den seine Fans lieben. Ein seltenes Bild, denn so natürlich zeigte sich Harald Glööckler nur für einen kurzen Moment. Schon bald kehrte er zurück zu dem Stil, der ihn berühmt gemacht hat – mit goldenen Jacken, wilden Mustern und jeder Menge Glanz.

Heute ist klar: Dieser kurze Ausflug in die Schlichtheit war eine Ausnahme. Harald Glööckler bleibt eine der schillerndsten Figuren der deutschen Modeszene – und genau das macht ihn bis heute so unverwechselbar.
