Das Hotel war in Lichter getaucht. Das Lachen der Gäste verstummte unten, als Emma, müde, aber glücklich, die Zimmertür schloss. Alles war perfekt: Champagner, Rosen, der leichte Duft von Parfüm auf dem Kissen. Nur jetzt, in der Stille, schlug ihr Herz irgendwie anders – als wäre es zu laut.
Ihr Mann stand auf dem Balkon und telefonierte. Emma nahm ihren Schleier ab, atmete tief aus und wandte sich dem Bett zu. Zwischen den Rosenblättern glänzte etwas. Ein kleines Ring, alt und matt. Sie nahm ihn in die Hand und sah die Gravur:
„Ich bin zurück.“
Für einen Moment dachte sie, es sei nur ein Streich von jemandem. Aber woher kam dann das Ring auf ihrem Bett?
Aus dem Badezimmer drang ein Geräusch – leise, als würde jemand ein Handtuch bewegen. Ihr Mann war immer noch draußen. Die Badezimmertür zitterte langsam im Luftzug.
„Alex?“, rief sie, aber als Antwort hörte sie nur das Geräusch von Tropfen.

Emma ging näher heran. Die Luft roch muffig. Durch den Spalt unter der Tür drang ein schwaches Licht. Der Ring in ihrer Hand wurde eiskalt. Sie hob den Kopf – und hörte ein Flüstern, heiser, als käme es aus dem Wasser:
„Ich habe versprochen … bei dir zu bleiben.“
Sie drückte den Ring so fest, dass es wehtat. Sie machte einen Schritt und stieß die Tür auf.
Das Badezimmer war leer. Nur der Spiegel war mit Dampf bedeckt. Auf dem Glas hatte jemand geschrieben:
„Du hast doch nicht gedacht, dass du einen anderen heiraten würdest?“
Das Licht flackerte. Hinter ihr hörte sie, wie sich die Balkontür öffnete.
Emma drehte sich um – aber ihr Mann war nicht mehr im Zimmer.
