TEIL 2: Die Melodie, die eine Mutter niemals aufgab, zu suchen

Die Melodie, die eine Mutter niemals aufgab, zu suchen

Die Melodie, die eine Mutter niemals aufgab, zu suchen

Die Stille wurde unerträglich.

Die Frau konnte ihren Blick nicht von dem Mädchen abwenden.

Ihre Hände zitterten.

—Dieses Lied… —flüsterte sie—. Wer hat es dir beigebracht?

Das Mädchen drückte die Geige fest an ihre Brust.

—Meine Mama… bevor sie mich verlor.

DIE WORTE FIELEN WIE EIN SCHLAG.

Die Frau trat einen Schritt zurück.

—Verlieren… wie?

Das Mädchen zögerte.

—Es regnete… es war viel Lärm… Lichter…

Sie schloss für einen Moment die Augen.

—Dann… war sie nicht mehr da.

Die Frau hielt sich die Hand vor den Mund.

IHRE AUGEN FÜLLTEN SICH MIT TRÄNEN.

—Nein… nein…

Der Mann am Tisch starrte schweigend.

Doch er lächelte nicht mehr.

—Meine Mama spielte immer das — fuhr das Mädchen fort —. Sie sagte, dass, wenn ich jemals verloren gehen würde…

Stille.

—…dieses Lied mir helfen würde, sie zu finden.

Das Herz der Frau zerbrach.

—ICH… —VERSUCHTE SIE ZU SPRECHEN, ABER KONNTE ES NICHT.

Sie atmete tief ein.

—Ich habe es auch gespielt…

Das Mädchen hob den Blick.

Verwirrt.

—Wirklich?

Die Frau nickte langsam.

—Ich habe es meiner Tochter beigebracht.

DIE WELT HIELT AN.

—Sie war klein… —fuhr sie fort—. Sie hatte deine Augen.

Das Mädchen rührte sich nicht.

—Ich habe sie verloren… bei einem Unfall.

Stille.

Schwer.

Unumkehrbar.

Das Mädchen flüsterte:

—MEINE MAMA SAGTE DAS GLEICHE…

Die beiden starrten sich an.

Als würde die Zeit versuchen, zerbrochene Stücke zusammenzufügen.

—Wie heißt du? —fragte die Frau.

Das Mädchen antwortete leise.

Die Frau hörte auf zu atmen.

Dieser Name…

kannte nur eine Person.

—ICH… HABE DIR DIESEN NAMEN GEGEBEN… —FLÜSTERTE SIE.

Die Tränen fielen unkontrolliert.

Das Mädchen trat einen kleinen Schritt zurück.

—Was?

Die Frau trat langsam näher.

Als ob jede Bewegung den Moment zerbrechen könnte.

—Dieses Lied… —sagte sie— ist nicht nur eine Melodie.

Sie spielte vorsichtig auf der Geige.

—ES GEHÖRT UNS.

Das Mädchen zitterte.

—Nein…

Aber ihre Augen waren nun nicht mehr sicher.

Die Frau fiel vor ihr auf die Knie.

—Ich habe all die Jahre nach dir gesucht…

Stille.

Die Menschen um sie herum rührten sich nicht.

NIEMAND SPRACH.

—Ich habe nie aufgehört…

Das Mädchen atmete schnell.

Verwirrt.

Angstvoll.

Aber etwas in ihr…

begann zu verstehen.

—Wenn du es nicht bist… —flüsterte sie—, dann sag mir…

Pause.

—Warum habe ich das Gefühl gehabt, dass mir jemand zuhörte, als ich spielte?

Die Frau weinte.

Gleichzeitig lächelte sie.

—Weil ich immer hier war.

Stille.

Und in diesem Moment…

trat das Mädchen einen Schritt nach vorne.

Klein.

Aber genug.

Denn manche Dinge…

brauchen keine Erklärung.

Sie müssen nur…

erkannt werden.

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