Der Morgen war still und kalt. Ein leichter Nebel lag über dem Wasser und verbarg das gegenüberliegende Ufer. Der alte Mann saß auf einem klappbaren Stuhl, hielt seine Angel in der Hand und beobachtete aufmerksam den Schwimmer. Neben ihm stand ein Metalleimer, in dem bereits ein paar gefangene Fische zappelten.
Die Ruhe wurde durch Schritte unterbrochen.
Drei junge Männer näherten sich von hinten, redeten laut und tauschten vielsagende Blicke aus. In ihren Stimmen lag die Selbstsicherheit von Menschen, die es gewohnt waren, dass ihnen niemand widerspricht.
— Hey, Alter, bist du wohl nicht von hier? — grinste einer spöttisch.
— Weißt du überhaupt, wo du hier sitzt? — fügte ein zweiter hinzu.
— Das ist unser See. Wenn du hier angeln willst, musst du zahlen.
Der alte Mann drehte sich nicht sofort um. Ruhig zog er die Angel ein Stück heran, überprüfte die Schnur und antwortete erst dann, leicht den Kopf drehend, mit gleichmäßiger Stimme:
— Der See gehört allen. Hier ist alles frei. Ich habe das Recht, hier zu sein und zu tun, was ich will.
— Hast du das gehört? — sagte einer. — Der erklärt uns unsere Rechte.
— Ich sage es zum letzten Mal, — seine Stimme wurde härter. — Entweder du zahlst… oder du verschwindest von hier.
Der alte Mann wandte sich wieder dem Wasser zu, als würden die Kerle gar nicht existieren.
Und genau das machte sie rasend.
— Was ist los, Alter, bist du taub?
— Hey! Wir reden mit dir!
Einer der Jungs trat plötzlich nach vorn und trat mit voller Wucht gegen den Eimer. Metall schepperte dumpf, und der Eimer samt den Fischen flog ins Wasser.
Die jungen Männer lachten nicht mehr.
— Ich habe gesagt: Entweder du zahlst oder du verschwindest, — presste einer zwischen den Zähnen hervor.
Stille. Der alte Mann schwieg. Ignorierte sie. Und das war schlimmer als jede Antwort.
— Na gut… — sagte der, der am nächsten stand, leise. — Offenbar versteht er es anders nicht.
Er hob die Hand, ballte die Faust und trat vor, bereit zuzuschlagen.
Doch genau in diesem Moment geschah etwas völlig Unerwartetes 😯😨 Und dann ging alles blitzschnell. Der alte Mann sprang auf.
Mit einer einzigen Bewegung packte er den Arm des Angreifers, drehte ihn so, dass dieser aufschrie, und im selben Augenblick lag er auf den Planken des Stegs. Der zweite stürmte vor — doch ein kurzer, präziser Schlag in den Körper ließ ihn zusammensacken, während er sich den Bauch hielt.
Der alte Mann stand aufrecht da. Seine Bewegungen waren ruhig, als hätte er nur eine alltägliche Aufgabe erledigt.
Er sah auf sie herab und sagte leise:
— Ihr habt keine Ahnung, mit wem ihr euch angelegt habt.
Einer der jungen Männer versuchte, sich unter Schmerzen aufzurichten.
Der Alte fuhr fort, nun etwas schärfer:
— Ich habe dreißig Jahre bei der Spezialeinheit gedient. Leute wie euch habe ich Hunderte gesehen.
Er machte einen Schritt nach vorn, und das allein reichte, um sie erstarren zu lassen.
Die jungen Männer sahen sich an. In ihren Augen war kein Spott mehr, keine Überheblichkeit — nur Verwirrung und Angst.
Niemand widersprach mehr. Sie gingen genauso schnell, wie sie gekommen waren.
Der alte Mann kehrte ruhig zu seinem Stuhl zurück, setzte sich, nahm die Angel und blickte auf das Wasser, auf dem die Kreise des versunkenen Eimers bereits fast verschwunden waren.
Als wäre nie etwas geschehen.
