Es war ein ganz normaler Tag im Park. Ich saß auf einer Bank und genoss das Lachen der Kinder, als meine Tochter freudig auf mich zulief und rief:
„Mama, schau mal! Das ist wie Zuckerwatte!“
Ich streckte mechanisch meine Hand aus – und schrie eine Sekunde später:
„Wirf das sofort weg!“
Verwirrt blieb sie stehen. Ich stürzte mich auf sie, riss ihr den Gegenstand aus den kleinen Händen – und zitterte am ganzen Körper. In diesem Moment wurde mir klar, wie ernst die Lage war.
Was sie in der Hand hielt, war kein Spielzeug und kein Laune der Natur – sondern etwas, das innerhalb von Sekunden gefährlich werden konnte.
Ich kann mich bis heute nicht daran erinnern, ohne einen Kloß im Hals zu bekommen. Ich drückte meine Tochter an mich, Tränen liefen mir über die Wangen – und in meinem Kopf schwirrte nur ein Gedanke herum:
Was wäre, wenn ich es eine Minute später bemerkt hätte?
Ich machte ein Foto und beschloss, diese Geschichte zu erzählen – weil vielleicht auch Sie einmal mit etwas Ähnlichem konfrontiert werden. Mit etwas, das harmlos erscheint. Vor allem, wenn es in die Hände eines Kindes gelangt.

Was war das eigentlich?
Zuerst dachte ich, es sei nur ein lustiger flauschiger Klumpen am Baum. Aber dann wurde mir sofort klar: Es handelte sich um eine sogenannte Gallapfel – eine Bildung, die durch die Gallwespe (Callirhytis seminator) verursacht wird. Diese winzigen Insekten legen ihre Eier vor allem in Weißeichen ab.
Die Larven scheiden Substanzen aus, die das Holz dazu bringen, eine Schutzhülle um sie herum zu bilden – die Gallapfel. Sie sieht aus wie eine kleine Nuss oder Kugel mit rauer Oberfläche und dient der jungen Wespe als Zuhause.
Es gibt mehr als 1900 Arten solcher Insekten, und jede Art bildet Gallen mit einzigartigen Formen – wahre Meisterwerke der Natur. Und ja, sie sind nicht giftig. Man kann sie anfassen, es passiert nichts. Aber hier ist das Problem: Kinder stecken oft alles in den Mund. Und manche reagieren möglicherweise auf Pflanzensäfte oder Insektensekrete. Für ein kleines Kind ist das ein echtes Risiko.
Ich möchte niemanden erschrecken – ich möchte nur warnen. Damit Sie wissen, was zu tun ist, wenn Ihr Kind so etwas findet.
Nicht alles, was weich und niedlich aussieht, ist auch sicher. Eltern sollten wissen, was sich hinter diesem „unschuldigen” Äußeren verbergen kann.
