Alles begann wie eines dieser spontanen Wochenendabenteuer. Eine Gruppe von uns – ich, mein Bruder und zwei Freunde – beschlossen, einen Wanderweg zu erkunden, den wir noch nie zuvor ausprobiert hatten. Die Sonne schien hell, die Luft war frisch und der Waldweg wirkte fast unberührt. Wir lachten, teilten Snacks und machten Fotos, in der Annahme, dass dies nur ein weiterer unbeschwerter Ausflug sein würde.
Dann bemerkten wir es: eine schmale Spalte im Hang, teilweise von Ranken und Wurzeln verdeckt. Zuerst dachten wir, es sei nichts Besonderes. Aber Neugier ist eine gefährliche Sache. Wir entfernten das Gestrüpp und fanden eine dunkle Öffnung, die breit genug war, dass eine Person hindurchschlüpfen konnte.
Wir zögerten. Irgendetwas daran fühlte sich falsch an – zu still, zu kalt, als ob die Luft dort schwerer wäre. Aber am Ende siegte unsere Neugier. Einer nach dem anderen krochen wir hinein, unsere Handytaschenlampen warfen dünne Lichtstrahlen durch die Dunkelheit.
Der Tunnel mündete in eine kleine Kammer. Die Wände waren nicht wie der raue Stein natürlicher Höhlen, sie sahen glatt aus, fast wie gemeißelt. Seltsame Markierungen verliefen über sie, tief in den Fels eingraviert, Symbole, die keiner von uns erkannte. Und in der Mitte des Raumes stand ein Steintisch.
Es war nicht nur der Tisch, der uns erstarren ließ – es war das, was darauf lag. Reihen von geschmolzenen Kerzen, heruntergebrannt zu wachsartigen Stümpfen. Auf der Oberfläche war ein roter Kreis gezeichnet. Und in der Mitte lag ein Haufen Knochen – klein, zerbrechlich, unverkennbar menschlich.
Die Luft wurde kälter. Keiner von uns sprach. Mein Bruder flüsterte, dass wir gehen sollten, aber meine Taschenlampe fiel auf etwas anderes an der Wand hinter dem Tisch: Handabdrücke. Hunderte davon, rot verschmiert, in den Stein gedrückt, als hätten Menschen versucht, sich den Weg nach draußen freizukratzen.
Plötzlich hallte ein Geräusch aus den Tiefen der Höhle wider – es war weder der Wind noch ein Tier. Es war rhythmisch, wie Schritte.
Wir warteten nicht ab, um zu sehen, wer – oder was – da kam. Wir rannten hinaus, kletterten durch die enge Öffnung und zerrissen unsere Kleidung an den Felsen und Ästen, während wir uns den Weg zurück ins Tageslicht bahnten. Wir rannten weiter, bis die Höhle weit hinter uns lag.
Bis heute hat keiner von uns mit jemand anderem darüber gesprochen. Aber manchmal, wenn ich meine Augen schließe, sehe ich immer noch diese Handabdrücke. Und ich weiß … was auch immer sich in dieser Höhle befand, es war nichts Natürliches.

